Insolvenz. Information. Integration.
Kooperation » Verlag INDat GmbH

Pressemitteilungen

29.11.2019 | Eckert Rechtsanwälte | Mitteilung der Pressestelle
Kreisklinik Groß-Gerau GmbH vor Sanierungsverfahren

Kreisklinik Groß-Gerau GmbH benötigt Sanierung, weil sie stark defizitär ist Klinik wird die nächsten Tage einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung stellen Der Patientenbetrieb geht in der gesamten Zeit unvermindert weiter Löhne und Gehälter sind einem solchen Verfahren gesichert Fortführungsprognose positiv, insbesondere mit Blick in den südlichen Teil des Landkreises

Groß-Gerau, 27. November 2019. Die Kreisklinik Groß-Gerau GmbH wird in den kommenden Monaten ein Sanierungsverfahren durchlaufen. Das hat Aufsichtsratschef Thomas Will am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz im Kreishaus bekanntgegeben. Geschäftsführung und Gesellschafter wollen mit diesem Schritt für das Klinikum eine zukunftsfähige Perspektive erarbeiten. Die Entscheidung ist notwendig geworden, weil die gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen für die Kreisklinik Groß-Gerau GmbH nur mit diesem Vorgehen beherrschbar sind. Landrat Thomas Will: „Die Fortführungsprognose ist positiv, insbesondere mit Blick in den südlichen Teil des Landkreises. Hier ist die Kreisklinik Groß-Gerau GmbH bedarfsnotwendig, ansonsten droht eine Versorgungslücke.“

Sanierungsexperte Dr. Mark Boddenberg (Eckert Rechtsanwälte) wird das Verfahren insolvenzrechtlich im Rahmen der geplanten Eigenverwaltung begleiten. „Wir sind zuversichtlich, dass wir wie in vergleichbaren Verfahren eine gute Lösung für die Kreisklinik Groß-Gerau finden werden“, so Boddenberg. Er saniert derzeit verschiedene Kliniken, so unter anderem die Eifelhöhen-Klinik und das Klinikum Burgenlandkreis.

Um die Restrukturierung mit der nötigen Geschwindigkeit umzusetzen, wird bereits an einem Sanierungskonzept gearbeitet. „Die Kreisklinik Groß-Gerau ist in ihrem Kern nicht nur gesund, sondern für die Region auch bedarfsnotwendig. Wir werden nun mit aller Kraft und Geschwindigkeit, aber auch der nötigen Sorgfalt die notwendigen Schritte einleiten, um den Standort zukunftsfähig zu gestalten“, betont Geschäftsführerin Prof. Dr. Erika Raab. „Schon einige Kliniken in Deutschland haben sich in den vergangen zwei Jahren für diesen Weg der Neuausrichtung entschieden – alle mit Erfolg. Wir haben diesen Weg geprüft und sehen ihn als Chance, den Neustart und den Umbau der Klinik zu einem intersektoralen Versorgungszentrum aus eigener Kraft zu schaffen.“

Die Löhne und Gehälter wären im Fall eines vorläufigen Insolvenzverfahrens für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert. Danach würde die Kreisklinik Groß-Gerau GmbH die Gehälter wieder selbst zahlen. Der Patientenbetrieb geht in der gesamten Zeit unvermindert weiter. Innerhalb der kommenden Wochen wird das Restrukturierungsteam nun in Abstimmung mit dem eingesetzten Gläubigerausschuss einen Plan erarbeiten, wie das Klinikum wieder zukunftsfähig aufgestellt werden kann. Rund ein halbes Jahr soll die Phase der Neuausrichtung dauern.

Wie Landrat Will und Geschäftsführerin Prof. Dr. Raab weiter ausführten, wollen Aufsichtsrat der Klinik und der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau in einer gemeinsamen Sitzung am kommenden Montag den Schritt beraten und beschließen. Ebenfalls am Montag soll der Antrag auf Insolvenz beim Amtsgericht Darmstadt gestellt werden. Nach dem bisherigen Fahrplan könnte dann Ende Februar ein Insolvenzplan mit dem neuen Klinik-Konzept eingereicht werden.

Landrat Thomas Will fügt hinzu: „Der Kreis Groß-Gerau will mit der Entscheidung die stationäre Krankenhausversorgung in der Region erhalten und zukunftsfest machen. Die Patienten können sich wie gewohnt an beide Krankenhäuser wenden und werden dort versorgt. Wichtig ist jetzt, der Sanierungsgeschäftsführung alle erforderlichen Mittel zu stellen.

Das Ziel ist, im kommenden Jahr belastungsfrei mit dem neuen Zentrum zu starten und damit die medizinische Versorgung auf Dauer im Kreis Groß-Gerau zu sichern.“ Weiter Geschäftsführerin Prof. Dr. Erika Raab: „Wir bleiben für unsere Patienten ein verlässlicher Versorger und für alle Lieferanten ein zuverlässiger Geschäftspartner. Wichtig ist mir auch zu betonen, dass wir eine hervorragende Belegschaft haben. Ich danke allen Kollegen, die diese herausfordernde Zeit mit uns gestalten.“

Nach Dr. Raabs Plänen soll die Kreisklinik Groß-Gerau zu einem regionalen Versorgungszentrum mit Pflege, Hospiz, Präventions- und Reha-Angeboten sowie Abteilungen der Inneren Medizin, Chirurgie, Notaufnahme, Radiologie und kleiner Intensivstation umgebaut werden.

Landrat Thomas Will und Klinikgeschäftsführerin Prof. Dr. Raab wollen bei einem Infoabend am Mittwoch, 4. Dezember 2019, um 19 Uhr im Georg-Büchner-Saal in Groß-Gerau über dieses Vorgehen informieren. Zu der Veranstaltung sind alle Interessierte herzlich eingeladen.

Der WBDat.-E-Mail-Newsletter zum Insolvenzgeschehen:
Unser kostenloser Service für Sie. Täglich auf dem neuesten Stand.

abonnieren