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07.06.2022 | | Mitteilung der Pressestelle
Höchster Porzellan-Manufaktur 1746 muss Insolvenzantrag stellen

• Frank Schmitt von Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt

• Löhne und Gehälter der Mitarbeiter über das Insolvenzgeld gesichert

• Vorläufiger Insolvenzverwalter prüft Sanierungsoptionen und startet Suche nach Investor

Frankfurt am Main. Die Höchster Porzellan-Manufaktur 1746 GmbH hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat daraufhin Rechtsanwalt Frank Schmitt von Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Er ist mit seinem Kollegen Rechtsanwalt Alexander Eggen vor Ort und verschafft sich einen Überblick über die Situation und die wirtschaftliche Lage der zweitältesten Porzellanmanufaktur Deutschlands.

Der vorläufige Insolvenzverwalter ist bestrebt, die Produktion der Porzellanmanufaktur aufrecht zu erhalten. Die zehn Mitarbeitenden wurden von Schmitt bereits über die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen informiert. Ihre Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld gesichert. „Die Mitarbeitenden sind hochqualifiziert und identifizieren sich voll mit der Porzellanmanufaktur. Wir starten schnellstmöglich die Suche nach einem neuen Investor, und unser Ziel ist eine baldige Entscheidung – gerade auch für die Mitarbeitenden. Uns bleibt wenig Zeit, aber zusammen tun wir alles, was möglich ist, um die Porzellanmanufaktur und die Arbeitsplätze am Standort Höchst zu erhalten“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter. „Die wirtschaftliche Lage der Porzellanmanufaktur ist extrem ernst und wir benötigen schnell eine Lösung. Denkbar wären ein völlig neues Konzept oder der Verkauf an einen Investor, um eine unmittelbar bevorstehende Schließung der einzigen Porzellanmanufaktur Hessens zu vermeiden.“

Höchster Porzellan ist weit über die Grenzen Frankfurts und Hessens hinaus bekannt. Die von Hand gefertigten Wohn- und Geschenkaccessoires mit dem Markenzeichen des Mainzer Rades stehen für kunsthandwerkliche Qualität, Tradition, Ästhetik und Individualität. „Wer Höchster Porzellan erwerben möchte, kann dies nach den Pfingstfeiertagen weiterhin in der Frankfurter Innenstadt im „HPM HOUSE“, am Markt 36, dem Manufaktur-Direktverkauf am Firmensitz im Porzellanhof Palleskestraße 32 in Frankfurt-Höchst oder dem Webshop (https://shop.hoechster-porzellan.de/?lang=de) tun“, so der vorläufige Insolvenzverwalter.

Die Höchster Porzellan-Manufaktur 1746 GmbH hatte Mitte 2018 die insolvente Traditionsmanufaktur Höchster Porzellan übernommen. Der Investor plante damals, die Marke Höchster Porzellan neu zu definieren. Neben den bekannten Premium-Produkten sollten Kunden auch Lifestyle-Produkte erwerben können. Darüber hinaus sollte die Kundenbasis national und international verbreitert werden.

Über die Höchster Porzellan-Manufaktur: Die Höchster Porzellan-Manufaktur wurde wurde 1746 als kurfürstlich-mainzische Porzellanmanufaktur gegründet und ist damit die zweitälteste Porzellanmanufaktur in Deutschland. Das Gründungsprivileg des Kurfürsten von Mainz umfasste die Monopolstellung in Kurmainz und das Privileg, das Mainzer Rad als Markenzeichen für Höchster Porzellan zu führen. Am Sitz der Höchster Porzellan-Manufaktur 1746, einem denkmalgeschützten Industriebau am Höchster Stadtpark, fertigen zehn Mitarbeitende heute, wie vor mehr als 270 Jahren, Wohn- und Geschenkaccessoires in höchster kunsthandwerklicher Qualität von Hand. Als einzige Porzellanmanufaktur Hessens ist sie eine Perle mit kulturgeschichtlicher Bedeutung.

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