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10.07.2020 | MSI Aircraft Maintenance Services / Falkensteg | Mitteilung der Pressestelle
MSI Aircraft Maintenance Services / Falkensteg Luftfahrttechnischer Wartungsbetrieb MSI will Corona-Auswirkungen durch Eigenverwaltung beseitigen

- Wartungs- und Reparaturbetrieb läuft uneingeschränkt weiter
- Falkensteg begleitet Sanierungsverfahren

Rüsselsheim. 9. Juli 2020. Weltweit sind aufgrund der Reisebeschränkungen nur ein Bruchteil der Flugzeuge im Einsatz. Viele Flughäfen dienen inzwischen als Parkplatz. Nun kämpfen auch die Wartungs- und Reparatur-Dienstleister ums Überleben. Die MSI Aircraft Maintenance Services mit Standorten in Rüsselsheim und Dubai will die Umsatzeinbrüche mit einem Eigenverwaltungsverfahren beseitigen und sich umfassend sanieren. Die Geschäftsführung um Marga Blivier hat dazu beim zuständigen Amtsgericht Darmstadt einen entsprechenden Antrag gestellt. Das Sanierungsverfahren soll zudem dazu genutzt werden, den geplanten Generationswechsel in der Geschäftsführung umzusetzen. „Die dramatische Situation in der Luftfahrt bessert sich nur langsam und es wird wohl erst ab dem vierten Quartal 2020 spürbar aufwärts gehen. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken und für den Generationswechsel sinnvoll zu nutzen, haben wir uns für eine Sanierung im Rahmen einer Eigenverwaltung entschieden“, erklärt der neue MSI-Geschäftsführer Tim Tartsch. Der luftfahrttechnische Betrieb will den Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiterführen. MSI wartet und repariert Komponenten sowie Systeme von zivilen Luftfahrzeugen für Kunden in Europa und im Mittleren Osten.

Die Sanierungsexperten Tillmann Peeters und Markus Tränkle von der Düsseldorfer Unternehmensberatung Falkensteg begleiten als Generalbevollmächtigte die Eigenverwaltung von MSI. Falkensteg hat bereits die Sanierung der insolventen Air Berlin Technik begleitet. Als weiterer sanierungserfahrener Experte wurde der Rechtsanwalt Dr. Andreas Kleinschmidt von der Kanzlei White & Case als vorläufigen Sachwalter vom Gericht bestellt. Zusammen mit der Geschäftsführung werden die Berater ein Sanierungskonzept entwickeln, das die Fortführung des Unternehmens aufzeigen wird. „Da eine Staatshilfe von der KfW abgelehnt wurde, um die Coronakrise zu überwinden, werden jetzt Maßnahmen erarbeitet, um die Kosten an die reduzierten Umsätze anzupassen. Wir werden alles auf den Prüfstand stellen müssen“, erklärt Sanierungsberater Tillmann Peeters.

Die Mitarbeiter werden über das Sanierungsverfahren in einer Betriebsversammlung informiert. Die Löhne und Gehälter für den deutschen Standort sind für drei Monate durch das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit gesichert. Danach übernimmt das Unternehmen wieder die Zahlungen. MSI beschäftigt derzeit 88 Mitarbeiter an den beiden Standorten in Rüsselsheim und Dubai. Der Umsatz lag in 2019 bei rund 21 Millionen Euro.

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