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05.11.2019 | hww hermann wienberg wilhelm | Mitteilung der Pressestelle
Solibro GmbH – Insolvenzverfahren eröffnet

Bitterfeld-Wolfen/Thalheim. 4. November 2019. Am Freitag, den 1. November 2019, wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Solibro GmbH eröffnet. Der Geschäftsbetrieb wurde zeitgleich eingestellt.

Nachdem der Antrag auf Eigenverwaltung von der chinesischen Geschäftsführung des Photovoltaik-Herstellers in der vergangenen Woche zurückgenommen worden ist, wurde das Regelinsolvenzverfahren über das Vermögen der Solibro GmbH eröffnet. An diesem Tag musste der Geschäftsbetrieb endgültig eingestellt und allen Arbeitnehmern gekündigt werden.

„Die Gesellschafter der Solibro GmbH haben ihr im Rahmen der Eigenverwaltung vorgestelltes Sanierungskonzept nicht umgesetzt und bis 31.10.2019 zugesagte Gelder nur zu einem geringen Teil zur Verfügung gestellt. Daher verfüge ich aktuell über zu wenig Liquidität, um das hochdefizitäre Unternehmen aufrechterhalten und die Arbeitnehmer der Solibro GmbH in der Zukunft bezahlen zu können“, so Rechtsanwalt und Partner Henning Schorisch der Anwaltskanzlei hww hermann wienberg wilhelm. „Zwar wurde im Rahmen der vorläufigen Eigenverwaltung zeitnah ein Prozess zum Verkauf des Unternehmens im Ganzen oder in Teilen aufgesetzt, dieser hat jedoch in der Kürze der Zeit keine belastbaren Ergebnisse gebracht. Interesse ist zwar mehrfach bekundet, jedoch seien mindestens weitere 6 Wochen erforderlich, um die Belastbarkeit des Interesses verifizieren zu können und erste Kaufpreisangebote zu erreichen“, so Schorisch weiter.

Nachdem auch ein Versuch einer Kreditierung durch eine Bank scheiterte, musste Schorisch die verbliebenen etwa 170 Arbeitnehmer kündigen und weitgehend freistellen, um diese in Lage zu versetzen, Leistungen der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch nehmen zu können. „An dieser Stelle möchte ich bei den Mitarbeitern der Bundesagentur für Arbeit bedanken, die am vergangenen Freitag vor Ort waren, um Fragen der Mitarbeiter zu beantworten und Anträge aufzunehmen“, ergänzt Schorisch. Von der Freistellung ausgenommen sind 10 Arbeitnehmer, deren Aufgabe es ist, in den kommenden Wochen das Unternehmen zusammen mit dem Insolvenzverwalter zu liquidieren.

„Ich habe die Mitarbeiter als sehr motivierte homogene Einheit erlebt, welche sich über Jahre und während der vorläufigen Eigenverwaltung für das schon seit längerer Zeit kaum noch funktionale Unternehmen eingesetzt haben. Insofern sei trotz der bedauernswerten Notwendigkeit der Beendigung aller Arbeitsverhältnisse positiv hervorzuheben, dass es durch konstruktive Verhandlungen mit dem Betriebsrat der Solibro GmbH und der IG Metall gelungen ist, einen Interessenausgleich und Sozialplan nach Maßstäben der InsO zu vereinbaren“, berichtet Schorisch weiter.

Die Solibro GmbH war einer der weltweit führenden Hersteller von CIGS Dünnschichtsolarmodulen mit Hauptstandort in Thalheim (Bitterfeld-Wolfen). Solibro lieferte kosteneffiziente und nachhaltige Produkte, die zudem auch durch außergewöhnliche Ästhetik und Qualität „Made in Germany“ überzeugen.

Rechtsanwalt Henning Schorisch ist als Insolvenzverwalter für andere Solarmodulhersteller, wie zum Beispiel die frühere Q-Cells SE, tätig.

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